Birthmark
Inhalt
Es ist ein Wechselspiel aus Intimität und Zurückweisung zwischen zwei Brüdern, die unterschiedlicher nicht sein können. Das einzige, was beide gemeinsam haben, ist der Grund, der sie am Ausdruck ihrer Zuneigung hindert.
Gabriel ist der sinnliche Typ, die Art von Mensch, die Gerüche und Details bemerkt, welche andere nicht wahrnehmen. Sein Bruder Samuel ist das Gegenteil: Er ist verloren in einem Schleier aus nächtlichem Eskapismus und innerer Unruhe. Was die Brüder jedoch vereint ist ihr Kampf mit Scham und Sehnsucht. Die beiden wollen, sich voneinander distanzieren, aber je mehr sie zu entkommen versuchen, desto intimer wird ihre Verbindung. Als Gabriel seinen bevorstehenden Umzug nach Italien ankündigt, beginnt die brüchige Oberfläche ihrer Beziehung zu reißen und ihr unausgesprochenes Einverständnis, ihre Sehnsüchte zu übergehen, gerät ins Wanken.
Über den Film/die Regie
Geboren 1996 in Horgen, Schweiz. Sie studierte Schauspiel am GFCA (Giles Foreman Centre for Acting) in London und schloss ihr Studium 2021 ab. Nach zwei Jahren bei einer Londoner Produktionsfirma, wo sie in der Drehbuchentwicklung tätig war und zudem die Gelegenheit nutzte, als zweite Regieassistentin bei einer Serie mitzuarbeiten, war sie als Location Managerin beim Zurich Film Festival tätig. In dieser Zeit begann sie, ihre Schauspielkarriere aufzubauen, und trat in verschiedenen Kurzfilmen und Werbespots auf. Sie spielte Hauptrollen in Kurzfilmen wie CLOCKWORK ORGAN (2021) und YOU'RE A STAR, BABY (2021). BIRTHMARK (2025) ist ihr Regiedebüt.
Statement der Regie
Ich habe es nie geschafft, mich dem Glück hinzugeben, ohne dafür einen Preis zu zahlen. Kein Moment der Nähe hat mich nicht in der Distanz zurückgelassen. Der Preis wird während des Dates gezahlt und danach nie wieder. Wenn ich mich von allen flüchtigen Empfindungen befreie, bleibt im Kern die Einsamkeit zurück. Selbstgenügsamkeit ist etwas für diejenigen, die dazu in der Lage sind. Ohne Partner sehe ich mich als grundlegend unvollständig. Ich bin ständig verliebt, ständig mit gebrochenem Herzen.
Ich verstehe die ungelebte Liebe. Ich verstehe nicht, wer wann zusammengehört. Mein Debütfilm ist eine Auseinandersetzung damit. Ich erforsche die Facetten männlicher Zuneigung und Sehnsucht, eingebettet in den Kontext einer unmöglichen Liebe. Was geht der Liebe verloren, wenn Berührung nicht möglich ist?
Ich möchte auch Raum für die Sichtbarkeit männlicher Sehnsucht schaffen. Ich vermisse intime Filme, in deren Mittelpunkt ein verliebter Mann steht.
Meiner Auffassung nach handeln italienische Filme von Schönheit, französische Filme von Leiden. Mit meinem Film möchte ich dorthin vordringen, wo es am meisten schmerzt: auf den Hochseilakt der Euphorie über dem Abgrund drohenden Leidens.
Schon früh im Schreibprozess stellte ich mir Michelangelo Fortuzzi in der Rolle des Gabriel vor. Er verfügt als Schauspieler über eine einzigartige Durchlässigkeit, die er mit emotionaler Kühle zu kontrastieren versteht und so die Ambivalenz des Films auf schauspielerischer Ebene verwirklicht.
FILMOGRAFIE:
• Birthmark (2025)
Credits
Regie:
- Ronja Alexander
- Drehbuch:
- Kamera:
- Gaétan Nicolas
- Schnitt:
- Carmen Walker
- Mitwirkende:
- Jannik Mühlenweg, Michelangelo Fortuzzi
- Ton:
- Musik:
- Produktion:
- Lauro Jenni
- Kontakt:
- Lauro Jenni
- E-Mail:
- lauro@ivyfilmstudio.com
Schweiz
- Deutsch
- 2025
- 17 min