Baby It's Cold Outside
Inhalt
Am Ende ihres Studiums machen sich Finn und Johanna auf zu einem Billigskiurlaub – ein letzter unbeschwerter Ausflug, bevor das Erwachsenenleben beginnt. Doch als ein streunender Welpe vor ihrem Hotel auftaucht, ändert sich alles. Was als harmloser Urlaub beginnt, entwickelt sich zu einer stillen Abrechnung – mit ihrer Beziehung, ihren Werten und den Vorurteilen, von denen sie nicht wussten, dass sie sie hatten.
Über den Film/die Regie
Jannik Weiße, geboren und aufgewachsen in Schwäbisch Hall in Süddeutschland, arbeitete in Berlin als Journalist und Autor für renommierte Dokumentar- und Reportageformate öffentlich-rechtlicher und privater Sender. Im April 2025 schloss er sein Studium an der renommierten Filmhochschule Baden-Württemberg mit einem Abschluss in Spielfilmregie ab. Seine Kurzfilme feierten ihre Premiere auf Filmfestivals wie dem Max-Ophüls-Preis und wurden in Cannes von der FFA und German Films mit dem NEXT GENERATION SHORT TIGER ausgezeichnet. Sein mittellanger Film „Babyboy“, eine deutsch-österreichische Koproduktion, gewann verschiedene Preise, darunter den Deutschen Nachwuchsfilmpreis in Hannover. „Baby, it's cold outside“ ist Janniks Abschlussprojekt an der Filmakademie, eine Koproduktion mit dem SWR und Arte.
Statement der Regie
Ich schätze Filme, die uns auf die Seite einer Figur ziehen – nur um uns dann daran zweifeln zu lassen, ob wir ihr wirklich folgen wollen. Genau das wollen wir mit „Baby, it’s cold outside“ erreichen.
Im Kern handelt der Film von einem Paar, das nicht in der Lage ist, über seine Probleme zu sprechen. Anstatt sich ehrlich mit ihrer Beziehung auseinanderzusetzen, projizieren sie ihre Konflikte nach außen – und ziehen Menschen mit hinein, die nichts mit ihnen zu tun haben. Die Tatsache, dass das deutsche Touristenpaar in einem Machtungleichgewicht zum tschechisch-ukrainischen Hotelpersonal steht, macht den Konflikt unvermeidlich – und existenziell. Ihr privates Drama bleibt nicht privat, weil es in einer Welt spielt, in der soziale Ungleichheiten darüber entscheiden, wer gehört wird und wer nicht. Was als Beziehungsproblem beginnt, wird zu einer Frage von Privilegien, Verantwortung und der Unsichtbarkeit derer, die den Alltag am Laufen halten.
Der Film soll ein Spiegel sein. Eine Gelegenheit, uns selbst dabei zu beobachten, wie wir handeln, verdrängen, wegschauen. Innen und außen. Ich glaube, dass ehrliches Geschichtenerzählen uns die Chance gibt, etwas über uns selbst zu lernen.
Credits
Regie:
- Jannik Weiße
- Drehbuch:
- Luis Martinson
- Kamera:
- Schnitt:
- Mitwirkende:
- Emily Kusche, Enzo Brum
- Ton:
- Musik:
- Produktion:
- Marius Beck, Paul Beck, Deliah Luger, Eva Obermüller, Jakob Wahl
- Kontakt:
- Katharina Hein
- E-Mail:
- festivals@apollonia-film.de
Deutschland
- Tschechisch, Deutsch / UT Englisch
- 2025
- 26 min