Disturbia
Inhalt
Vor unseren Augen durchläuft ein seltsames Mensch-Vogel-Hybridwesen eine ständige Verwandlung, um mit den allgegenwärtigen Spannungen wirtschaftlicher, ideologischer, militärischer und klimatischer Bedrohungen fertig zu werden.
Über den Film/die Regie
Mira Yankova ist eine bulgarische bildende Künstlerin, Regisseurin und Produzentin. Sie absolvierte die Nationale Akademie der Bildenden Künste und erwarb einen Master-Abschluss in „Film- und Fernsehregie“ an der Neuen Bulgarischen Universität. Sie arbeitet als 2D- und 3D-Animatorin und unterrichtet Animation an der Neuen Bulgarischen Universität.
Statement der Regie
Die Haupthandlung und viele Details des Films basieren auf dem Prinzip des automatischen Zeichnens als Ausdruck unbewusster Inhalte. Es ist ein Prozess, bei dem ich einfach auf dem weißen Blatt zeichne, ohne zu wissen, wo ich am Ende landen werde. In diesem Fall habe ich mich, als ich mir das Ergebnis ansah, mit Themen wie Identität und Trauma auseinandergesetzt und mich dabei auf dem schmalen Grat zwischen Soziologie und Fantasie bewegt. So entstand eine Geschichte über Dissoziation und Integration, die durch Absurdität und symbolische Sprache meine persönlichen Ängste angesichts der zunehmenden Spannungen in der globalisierten Welt zum Ausdruck bringt.
Dies ist ein Bild des ruhelosen modernen Menschen. Obwohl er enorme technologische Fortschritte erzielt hat und für sich beansprucht, der Träger der höchsten Intelligenz auf dem Planeten zu sein, wird er von Widersprüchen zerrissen und unterliegt nach wie vor unzähligen unbewussten Einflüssen, die aus seiner inneren dunklen Welt stammen.
In DISTURBIA wird dieser moderne Held im kollektiven Bild des VOGELMENSCHEN dargestellt. Er ist neurotisch abhängig sowohl von den sozialen Zwängen seiner Umgebung als auch von den mächtigen Wellen des Unbewussten in seiner eigenen Psyche. Bedrohungen gehen nicht nur von außen aus, von der Gesellschaft, die in diesem Fall als Wald dargestellt wird, der Anzeichen eines eigenen Willens und eigener Emotionen zeigt und das mächtige kollektive Unbewusste der Masse symbolisiert, verstopft von unausrottbaren Kindheitshaltungen, versteinerten Stereotypen und latenter Hysterie. Die Bedrohung kommt auch von innen, aus seiner eigenen unerkannten Natur und den abgelehnten Teilen, die seine Seele mit Spannung und moralischen Konflikten erfüllen. Die inneren widersprüchlichen Impulse finden äußeren Ausdruck, und der Held beginnt auf absurde Weise, sich physisch zu vermehren und zu teilen, zu zerreißen, zu verwandeln, zu absorbieren, zu sublimieren... Er hasst und liebt sich selbst, lehnt sich ab und akzeptiert sich, und dies wirkt sich deutlich auf die Form seines Körpers aus. So gelingt es dem VOGELMENSCHEN schließlich, durch ziemlich schmerzhafte und seltsame äußere Verwandlungen auf fast alchemistische Weise seine Ganzheit und Menschlichkeit zu erlangen.
Dieser Film handelt von der Chance unserer verrückten Welt, sich selbst von ihrem eigenen Wahnsinn zu heilen.
Credits
Regie:
- Mira Yankova
- Drehbuch:
- Mira Yankova
- Animation:
- Mira Yankova
- Schnitt:
- Mitwirkende:
- Ton:
- Musik:
- Alexander Daniel, Alexander Evtimov-Shamancheto
- Produktion:
- Adrian Georgiev
- Kontakt:
- Mira Yankova
- E-Mail:
- mirajankova@yahoo.com
Bulgarien
- ohne Dialoge
- 2024
- 6 min