Born to Fake
Vorfilm "Paul Jannowski"
Inhalt
"Born to Fake" ist ein packender Dokumentarfilm, der den unglaublichen Aufstieg und dramatischen Fall von Michael Born nachzeichnet – einem selbsternannten Journalisten und Erfinder von Fake News, der Deutschland in den 1990er Jahren mit seinen sensationellen erfundenen Fernsehberichten erschütterte.
Über den Film/die Regie
Erec Brehmer absolvierte eine Ausbildung zum Mediengestalter beim ZDF und studierte Regie an der Hochschule für Fernsehen und Film München (HFF). Er arbeitet sowohl im Bereich Spielfilm (LA PALMA, 2019) als auch im Bereich Dokumentarfilm (WER WIR GEWESEN SEIN WERDEN, 2022).
Benjamin Rost studierte Philosophie, Fernsehjournalismus und später Regie an der Filmakademie Baden-Württemberg. Sein Debütfilm HARRAGA wurde für den Deutschen Dokumentarfilmpreis 2024 nominiert.
Statement der Regie
Erec Brehmer:
Absurde Fälschungen, der größte Medienskandal der 1990er Jahre und ein wegweisendes Gerichtsurteil, das erklärte, dass die Täuschung der Zuschauer nicht einmal eine Straftat sei! Als ich 2018 zum ersten Mal von Michael Born hörte, konnte ich kaum glauben, dass ich seine Geschichte noch nicht kannte. Trotz meiner Ausbildung beim ZDF und meiner langjährigen Tätigkeit in der Medienbranche war dieser Skandal irgendwie an mir vorbeigegangen.
Da ich mich schon lange mit der sozialen Verantwortung des Journalismus beschäftige, begann ich, tiefer zu graben. Schließlich übergab mir Borns ehemaliger Freund Roland Berger Kisten mit Rohmaterial. Zusammen mit meinem langjährigen Kollegen Benjamin Rost begann ich, das Material durchzugehen. Konnte man erkennen, dass diese Berichte gefälscht waren? Wie veränderten sie sich, als man wusste, dass sie gefälscht waren? Und könnten solche Fälschungen auch heute noch vorkommen?
Während der fünf Jahre, in denen wir an diesem Film gearbeitet haben, hat der rasante Aufstieg der künstlichen Intelligenz unserer Untersuchung eine ganz neue Dimension verliehen – und dringende Fragen über die zukünftige Macht und Glaubwürdigkeit von Bildern aufgeworfen. Sind wir als Zuschauer und als Mediensystem bereit für dieses nächste Kapitel?
Letztendlich wurde **BORN TO FAKE** mehr als nur ein Porträt der Medienkultur der 1990er Jahre. Mehr als ein Versuch, unser Konzept der Wahrheit in Frage zu stellen. Mehr als die Geschichte eines gescheiterten Mannes, der nie seinen Platz in der Gesellschaft gefunden hat. Es wurde ein Film, der die Verantwortung der Medien hinterfragt – und das Publikum auffordert, einen Teil dieser Verantwortung selbst zu übernehmen.
Benjamin Rost:
Was mich von Anfang an an Born faszinierte, war seine Rolle als tragischer Held. Wer ist dieser Mann, der sich selbst als Anarchist, Seemann und Weltenbummler bezeichnet – und der sich mit einer Lüge nach der anderen aus jeder noch so schwierigen Lage befreit? Der zusammen mit seiner Mutter KKK-Roben näht, um eine der meistgesehenen Fernsehsendungen Deutschlands zu täuschen? Wer sich zuerst als Weltverbesserer, dann als Weihnachtsmann des Boulevardfernsehens inszeniert – und schließlich, von Alkohol und Wahnvorstellungen zerfressen, im Haus seines besten Freundes stirbt?
Was bleibt von einem solchen Menschen? Und wie können wir ihm nahekommen?
Während des gesamten Prozesses haben wir Born geliebt und gehasst – manchmal im selben Atemzug. Es gab nie eine eindeutige Antwort.
Credits
Regie:
- Benjamin Rost, Erec Brehmer
- Drehbuch:
- Kamera:
- Schnitt:
- Erec Brehmer
- Mitwirkende:
- Gabriela Schuster, Michael Born, Roland Berger
- Ton:
- Musik:
- Produktion:
- Mark Szilagyi
- Kontakt:
- E-Mail:
Deutschland
- Deutsch
- 2026
- 93 min